Zehn Monate voller Abenteuer
Auf zehn Monate im Ausland kann man sich vorbereiten, so gut man will: Am Ende kommt doch alles anders, besser, schlimmer oder vielleicht sogar langweiliger. Eins steht jedenfalls fest: Diese Zeit vergesse ich nie.

Dass ich zum Rollstuhlprojekt nach Thailand gehen wollte, stand fest, seit ich zum ersten Mal davon gehört hatte. Ein Zivildienst im Ausland, bei dem ich etwas Sinnvolles machen kann, das mir auch noch Spaß macht: Besser geht es nicht. Es war eine großartige Zeit. Ich konnte die Stadt, das Land und die Menschen richtig kennenlernen, in eine ganz andere Welt eintauchen und die Schönheit dieser Kultur und dieses Landes erleben.
Die Arbeit nahm natürlich den größten Teil der Zeit ein, war aber weit mehr als das Reparieren von Rollstühlen. Ich konnte mich zum Beispiel an elektrischem Equipment für Krankenhäuser und Patienten ausprobieren. Auch die Logistik und Organisation hinter der Rollstuhl-Werkstatt war spannend. Jeder Rollstuhl war am Ende ein Unikat, individuell an jeden Patienten angepasst.
Was für mich bei dieser Einsatzstelle wertvoll war, war die Regelmäßigkeit. Von Verteilungen und Events abgesehen hatten wir fünf Tage die Woche feste Arbeitszeiten und konnten uns auch in der Freizeit einen geregelten Alltag aufbauen. So waren es nicht zehn Monate Hype, sondern zehn Monate echtes Leben.
Den größten Unterschied machte für mich, dass ich jeden Tag Zeit fürs Bibellesen, Gebet und Reflektion hatte. So konnte ich in meinem Glauben und in meiner Beziehung zu Gott wachsen. Solange diese Basis stimmte, waren alle anderen Herausforderungen meistens Kleinigkeiten.
Womit ich im Vorhinein nicht gerechnet habe: wir lebten dort quasi in einer deutschsprachigen Missions-Bubble. Das hat vieles einfacher gemacht, aber die Hürde, in die Kultur hineinzufinden, war höher als gedacht. Dafür erlebten wir eine intensive, gute Gemeinschaft, von der wir vermutlich alle sehr profitiert haben.
Wir durften Missionare bei ihrer Arbeit und ihrem Leben für Gott erleben. Das war eine große Inspiration für mich. Ich bin überzeugt, dass Gott in Thailand und im Rollstuhlprojekt ganz stark am Werk ist. Es war ein Privileg, das mitzuerleben. Einheimische Pastoren, Missionare aus aller Welt und Freiwillige aus unserem und aus anderen Projekten wurden zu großen Vorbildern für mich. Durch sie habe ich erfahren, wie lebendig, kreativ und aktiv Gott ist.

Johannes Bensel
Sozialdienst beim Rollstuhlprojekt, Thailand




„Der Sozialdienst im Ausland ist eine tolle Chance, durch die ich schon viele Erfahrungen machen durfte. Außerdem gibt es immer wieder neuen Herausforderungen, an denen ich wachsen kann. Echt unglaublich, wie Gott hier wirkt, wie er Menschen verändert und prägt. Es ist ein Privileg, dabei mitzuwirken und dabei von Gott verändert zu werden. Gott in ein neues Umfeld, einen neuen Alltag mit neuen Beziehungen einzubringen, ist für mich eine tolle Art, ihn neu und besser kennenzulernen.“