Der Sozialdienst hat mein Leben verändert
Mein Sozialdienst in Südafrika ist nun schon wieder ein paar Monate her, aber wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, muss ich immer wieder staunen. Diese zehn Monate waren definitiv das Jahr meines Lebens. Niemals hätte ich erwartet, so viel über das Leben, mich selbst, die Welt und vor allem über unseren himmlischen Vater zu lernen.

Ich hatte die Ehre, zehn Monate in George, direkt am Meer, zu dienen. Zusammen mit Ethnos Movement International war es unsere Aufgabe, die Menschen in unserem Umfeld mit dem Evangelium zu erreichen. Dabei durfte ich den größten Teil meiner Zeit mit einem Missionsehepaar zusammenleben und unglaublich viel von ihnen lernen.
Meine Arbeit war sehr vielfältig und es wurde nie langweilig. Zwischen wilden Jugendstunden, Spielenachmittagen mit den Kids in den Townships, Kaffee servieren und Bücher sortieren war alles dabei. Wir fuhren auf Outreaches und ich durfte auch andere Teile des Landes mit ihren unterschiedlichen Kulturen und Sprachen kennenlernen. Ob Farmarbeit, T-Shirts mit den Frauen bedrucken oder Fahrtendienst – ich hatte die Ehre, in viele verschiedene Bereiche hineinzuschnuppern und zahlreiche Menschen kennenzulernen.
So durfte ich mich auf ein ganz neues Abenteuer mit Gott einlassen. Die Vielfältigkeit meiner Arbeit hat mich zwar oft herausgefordert, aber im Nachhinein bin ich unglaublich dankbar dafür. Ich hatte die Chance, meine eigenen Leidenschaften besser kennenzulernen, neue zu entdecken und meinen Horizont um Welten zu erweitern.
Schon gleich zu Beginn hat mich die atemberaubende Natur mit ihren großen Wellen, den wunderschönen Stränden und den durchaus interessanten Tieren umgehauen. Ich durfte neu verstehen, wie unglaublich mächtig unser Gott ist – ein Gott, der Naturgewalten besänftigen kann und sich gleichzeitig um jedes noch so kleines Detail kümmert. Aber auch die Gemeinschaft mit diesen unglaublich lieben Menschen hat meinen Blick auf wahre Jüngerschaft verändert.
Ich durfte erleben, wie Herzen verändert wurden, ja, wie Leben verändert wurden. Ich durfte sehen, wie Gott durch Krisen trägt und aus Wunden Wunder macht. Besonders schön war es zu beobachten, wie die Kids, mit denen wir gearbeitet haben, gewachsen sind, wie sehr sie sich jedes Mal gefreut haben, uns zu sehen, und wie sie uns trotz ihrer eigenen Umstände stets mit einem Lächeln auf dem Gesicht begrüßt haben.
Gleichzeitig hat mich das Leid, das viele Menschen ertragen müssen, sehr geprägt und meine Sichtweise stark verändert. Ich musste lernen, dass es nicht alle so gemütlich haben wie ich und dass fließendes Wasser oder eine Krankenversicherung keine Selbstverständlichkeit sind. Genau hier durfte ich lernen, dankbar zu sein. Was für ein großes Vorbild diese Menschen für mich waren!
Wieder zurück in Österreich zu sein hat mir gezeigt, wie sehr ich mich in dieser Zeit verändert habe – und wie wichtig es ist, all die Geschichten und Menschen, die man von nun an mit im Herzen trägt, nicht zu vergessen.
Ja, der Sozialdienst hat mein Leben verändert. Und ich weiß nun eines:
Stillsitzen ist nicht mehr.
Diese Welt braucht genau dich. Und wenn du dort bist, wo Gott dich leise oder auch laut hingerufen hat, dann kann die Welt gegen dich sein – aber Gott ist für dich.
Und wenn Gott für dich ist, wer kann dann gegen dich sein?

Annelie Pelham
Sozialdienst bei EMI, Südafrika



„Die letzten Monate haben mir gezeigt; Gott ist unglaublich gut! Nicht nur im Großen, sondern ganz besonders in der Liebe zum Detail durfte ich Gottes Plan für mich neu entdecken.“